Wetterlexikon

Wetter

Als Wetter (v. althochdt.: wetar = Wind, Wehen) bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre (auch: messbarer Zustand der Trophosphäre) an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche, der unter anderem als Sonnenschein, Bewölkung, Regen, Wind, Hitze und Kälte in Erscheinung tritt.
Die Meteorologie klassifiziert das örtliche Wetter einer bestimmten Zeit anhand der verschiedenen Phänomene in der Troposphäre, dem unteren Teil der Atmosphäre. Den Verlauf des Wetters bestimmt die von Sonnenstrahlung und regionaler Energiebilanz geprägte atmosphärische Zirkulation.
Im strengen physikalischen Sinne ist das Wetter ein bestimmter Zustand an einem bestimmten Ort auf der Erdoberfläche, den die Größen Gasdruck, Gasdichte und Gasgemisch vollständig determinieren. Ein „Wetter„ kann in einem Labor ebenso stattfinden wie über einem Kontinent, ohne dass die Definition von „Wetter„ verändert wird.





Klima

Das Klima steht als Begriff für die Gesamtheit aller meteorologischen Ursachen, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Größenordnungen, wobei vor allem die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis ist.





Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit, oder kurz Luftfeuchte, bezeichnet den Anteil des Wasserdampfs am Gasgemisch der Erdatmosphäre oder in Räumen. Flüssiges Wasser (z.B. Regentropfen, Nebeltröpfchen) oder Eis (z.B. Schneekristalle) werden der Luftfeuchtigkeit folglich nicht zugerechnet. Die Luftfeuchtigkeit ist eine wichtige Kenngröße für zahlreiche technische und meteorologische Vorgänge sowie für Gesundheit und Behaglichkeit.





Taupunkt

Der Taupunkt ist jene Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist (100% relative Luftfeuchtigkeit). Bei weiterer Zuführung von Wasserdampf oder weiterer Abkühlung der Luft kommt es zur Kondensation. Der Taupunkt ist ein wichtiger Indikator für die Vorhersage von Dunst, Nebel oder Wolkenbildung (Wolkenuntergrenze in der Luftfahrt). Da die Temperatur mit der Höhe abnimmt, kann durch die Differenz zwischen Taupunkt und Außentemperatur die Höhe der Kondensationsvorgänge bestimmt werden (Wolkenbildung). Liegen z.B. Taupunkt und Lufttemperatur in den Abendstunden sehr nahe beieinander, ist die Wahrscheinlichkeit von Nebelbildung während der Nacht sehr hoch. Der Taupunkt gibt auch einen Hinweis auf den Wassergehalt der Luft: Hohe Taupunkt-Werte bedeuten einen hohen Wasserdampf-Anteil der Luft und tiefe Werte einen niedrigen Wasserdampf-Anteil. Ebenso ist es möglich mit dem Taupunkt-Wert die tiefsten Nachttemperaturen vorherzusagen. Vorausgesetzt es ziehen während der Nacht keine neuen Wetterfronten auf, gibt Ihnen der Taupunkt-Wert am Abend die tiefste Temperatur der Nacht an.





Windchill (gefühlte Temperatur)

Der Windchill (v. engl. wind chill „Windkühle„) beschreibt den Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit. Der Windchill ist ein Maß für die windbedingte Abkühlung eines Objektes, speziell eines Menschen und dessen Gesicht.
Der Windchill-Effekt (engl. wind chill factor) wird durch die konvektive Abführung hautnaher und damit relativ warmer Luft sowie der damit einhergehenden Erhöhung der Verdunstungsrate hervorgerufen. Die für den Phasenübergang des Wassers notwendige Energie wird dabei durch Wärmeleitung aus der Körperoberfläche abgezogen und kühlt diese dementsprechend. Der Wind hat daher die Wirkung, die Angleichung der Oberflächentemperatur des Körpers mit der Umgebungstemperatur der Luft zu beschleunigen, was Menschen als kühlend empfinden.
Zwar gilt dieser Effekt für alle Objekte, die dem Wind ausgesetzt sind (also auch Pflanzen, Tiere, Gegenstände), jedoch gelten für diese im Regelfall andere Bedingungen als für den Menschen. Deshalb existieren die zur Berechnung des Effekts notwendigen gesonderten Formeln aufgrund des Erstellungsaufwandes nicht. Der Windchill bezieht sich deswegen fast immer auf den Menschen.
Bei hohen Temperaturen zeigt sich kein Windchill-Effekt, er wird daher nur für Temperaturen nahe oder unterhalb von 0 °C berechnet und bei höheren Temperaturen meist durch den Hitzeindex ersetzt.





Luftdruck

Der Luftdruck an einem beliebigen Ort der Erdatmosphäre ist der hydrostatische Druck der Luft, der an diesem Ort herrscht. Dieser Druck stimmt überein mit der Gewichtskraft der Luftsäule, die auf der Erdoberfläche oder einem auf ihr befindlichen Körper steht. Der mittlere Luftdruck der Atmosphäre beträgt auf Meereshöhe 101.325 Pa = 1.013,25 hPa (Hektopascal) und ist somit ein Teil der Normalbedingungen.Der Luftdruck steht auch in engem Zusammenhang mit den bestehenden Wetterbedingungen. Hoher Luftdruck deutet immer auf warme Luftmassen und tiefer Druck dementsprechend auf kalte Luftmassen hin. Für die Wettervorhersage ist allerdings die Änderung des Luftdrucks entscheidender als der sein absoluter Wert. Steigender Luftdruck bedeutet Wetterbesserung und umgekehrt.





Biowetter

Die Biometeorologie ist ein Teilgebiet der Meteorologie, bezieht aber auch andere Fachbereiche ein und hat somit den Charakter einer interdisziplinären Wissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den direkten und indirekten Zusammenhängen zwischen der Atmosphäre und dem Weltraum einerseits und biologischen Systemen wie dem Menschen aber auch ganzen Ökosystemen andererseits. Synonyme Begriffe sind die Medizinmeteorologie, die Bioklimatologie und Meteoro-Biologie. Neuerdings beschäftigt sich die Biometeorologie auch zunehmend mit der Frage nach den vom Menschen durch seine Tätigkeit beeinflussten Beziehungen zwischen Wetter und Gesundheit.
Ergebnisse der biometeorologischen Forschung führten zur Einführung verschiedener Warndienste um betroffene wetterfühlige Menschen, oder bestimmte Bevölkerungsgruppen vor verschiedenen wetterbedingten Beeinträchtigungen (z. B. durch Föhnwind) oder auch wetterbedingten Allergenkonzentrationen, Staubbelastungen oder Ozonbelastungen zu warnen. Seit etwa 15 Jahren werden über die Medien tägliche „Biowetterberichte„ verbreitet. Diese können per Telefon oder Internet abgerufen werden.





Grünlandtemperatur

Für die Landwirte ist das Erreichen der Grünlandtemperatur(-summe) von 200° C wichtig. Sind die 200 erreicht, kann mit der Feldarbeit begonnen werden. Der Boden nimmt wieder Stickstoff auf und setzt diesen um. Für die Berechnung sind die Summen der positiven Tagesmittel entscheidend: Alle positiven Tagesmittel im Januar werden addiert und mit 0,50 multipliziert. Alle positiven Tagesmittel im Februar werden addiert und mit 0,75 multipliziert. Alle positiven Tagesmittel im März und April werden addiert.





Gradtagzahl

Die Gradtagzahl (GTZ) nach VDI 2067 ist ein Maß für den Wärmebedarf eines Gebäudes während der Heizperiode mit der Einheit [Kd/a] (Kelvin day / anno). Sie stellt den Zusammenhang zwischen der gewünschten Raumtemperatur und der Außenlufttemperatur dar und ist somit ein Hilfsmittel zur Bestimmung des Wärmebedarfes eines Wohnraumes. Die Gradtagzahl (ortsabhängig) wird gemessen, sobald die Außentemperatur unter 15 °C, der so genannten Heizgrenze liegt. Sie ist die Summe aus der Differenz einer angenommenen Rauminnentemperatur von 20 °C und der jeweiligen durchschnittlichen Tagesaußentemperatur.





Heizgradtage

Die Berechnung entspricht der Definition für Gradtagszahl. HEV-Definition: "Die monatlichen Heizgradtage sind die Summe der Differenzen zwischen Aussenlufttemperatur und angestrebter Innenlufttemperatur für alle Heiztage des Monats. Ein Heiztag ist ein Tag mit einer Tagesmitteltemperatur von weniger als 12 Grad Celsius." Die in den HEV-Statistiken angegebenen Heizgradtage entsprechen also HGT 20/12, d. h. Raumsolltemperatur 20 °C, Heizgrenze 12 °C.





Wachstumsgradtage

Wachstumsgradtage sind ein heuristisches Konzept in der Phänologie. Sie werden von Landwirten und Gärtnern verwendet, um das Datum, wann eine Pflanze blüht oder Getreide reift, vorauszusagen. Wenn keine extremen Bedingungen wie außersaisonale Dürre oder Krankheiten auftreten, wachsen Pflanzen in einer kumulativen Weise, die stark durch die Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Wachstumsgradtage berücksichtigen Aspekte des lokalen Wetters und ermöglichen Gärtnern, das Eintreffen der Pflanzenreife vorherzusagen oder es in Gewächshäusern gar zu steuern. Berechnung der Wachstumsgradtage Wachstumsgradtage (WGT) werden errechnet, indem man den Durchschnitt der täglichen Minimal- (Tmin) und Maximaltemperatur (Tmax) nimmt und ihn mit einem Schwellwert (Tz) vergleicht (normalerweise 10°C). Wachstumsgradtage werden gewöhnlich vom Wintertemperaturtief an berechnet. Vor der Berechnung des Durchschnittes wird jede Temperatur, die den Schwellwert unterschreitet, auf den Schwellwert geändert. Ebenso werden Maximaltemperaturen normalerweise bei 30°C gekappt, weil die meisten Pflanzen und Insekte nicht schneller wachsen bzw. sich vermehren, wenn diese Temperatur überschritten wird. Jedoch benötigen einige warmgemäßigte und tropische Pflanzen Tage über 30°C, um Früchte oder Samen reifen lassen zu können. Z.B. liefert ein Tag mit einer Maximaltemperatur von 23°C und einer Minimaltemperatur von 12°C einen Beitrag von 7,5 Wachstumsgradtagen. Ein Tag mit einer Maximaltemperatur von 13°C und Minimaltemperatur von 7°C trägt 1,5 Wachstumsgradtage bei.





Kühlgradtage

Kühlgradtage sind ein Mass für den Einfluss des Klimas auf den Kühlenergieverbrauch eines Gebäudes. Kühlgradtage können beispielsweise zur Beurteilung des Energieverbrauchs einer Klimaanlage verwendet werden. Kühlgradtage sind die Differenz zwischen der gewünschten Raumtemperatur und der mittleren Aussentemperatur eines Tages, falls diese Aussentemperatur über einer angenommenen Kühlgrenze liegt.





Bodenfrost

Mit Bodenfrost bezeichnet man das (meist nächtliche) Absinken der Temperatur auf weniger als 0 °C in 5 cm Höhe über dem Boden.

Quelle: www.wikipedia.org